2007 Mai, Freenet, Auszüge und Zitate aus dem Artikel:

„Zehntausende Radiostationen senden Musik übers Internet. Der Live-Genuss wie der Mitschnitt der Sendungen ist rechtens, allerdings bedarf es eines tauglichen Aufnahme-Programms. Der "Radiotracker 3 Platinum" der Firma Rapid Software verspricht "Lieblingsmusik per Wunschliste". Ein ausführlicher Test prüft das vermeintliche Wunder-Werkzeug...

Geschützte Musik übers Internet zu tauschen verstößt gegen das Urheberrecht. Deutsche Radiosender zu hören verstößt dank Geplapper und Gejingle gegen das Reinheitsgebot des Kopfes. Das Programm "Radiotracker 3 Platinum" (Download) lädt gigabyteweise Musik aus den Programmen internationaler Online-Radio-Sender auf die Festplatte: legal und weitgehend automatisch. Doch ist die Qualität der herunter geladenen Stücke ausreichend? Wie trennt das Programm beim Speichern ein Stück vom nächsten? Findet es die Musik, die ich suche? Und wie leicht lässt sich das immerhin knapp 30 Euro teure Programm bedienen?

Wir installierten den "Radiotracker 3 Platinum" auf einem Testrechner mit Windows XP, zwei Gigabyte Speicher und einem 3,6-Gigahertz-Prozessor von AMD. Nach Eingabe des zehnziffrigen Aktivierungscodes erhielten wir eine Seriennummer, die wir via Copy & Paste ins Radiotracker-Fenster einfügten. Probleme bei der Freischaltung gab es keine, das Programm startete danach ordnungsgemäß. Eine Demo-Version können Sie nutzen, um bis zu 25 Radio-Stücke herunter zu laden.

Das Internet singt

Zunächst fällt auf, dass der "Radiotracker" auf ein umständliches Einrichtungs-Procedere verzichtet: Ein Klick auf "Start", und der Spaß geht los. Dabei wird nach einem Klick auf die Schaltfläche "Sender" eine Liste mit Radiosendern eingeblendet, die sich alle zuvor gemachten Einstellungen merkt. Wer gerne Folkmusik hört, wählt den Genre-Filter "Folk" und sieht im Hauptfenster Dutzende Folk-Sender. Da die Qualität der von uns gesuchten Stücke eine Bitrate von mindestens 128 Kilobit pro Sekunde erreichen soll, wählen wir als zusätzlichen Filter "Mindestbitrate" aus. Durch einen Doppelklick auf den gewünschten Sender erscheint dieser in der Sender-Liste des Hauptfensters, wo wir das laufende Programm hören können. Jetzt soll der "Radiotracker" zeigen, wie er die Musik auf der Festplatte speichert.

Download bis die Leitung glüht

Wir klicken im Hauptfenster auf "MP3s speichern", jetzt werden alle Programme der ausgewählten Sender mitgeschnitten. Das Programm ist clever, es nutzt die vorhandene Bandbreite aus. Bei der vorliegenden 16-Megabit-Leitung liefen über 20 verschiedene Downloads gleichzeitig, wobei der Rechner kaum langsamer wurde und gewöhnlicher E-Mail-Verkehr weiterhin funktionierte. Die mitgeschnittenen Stücke befinden sich im "MP3-Ordner". Erstaunlicherweise vermag der "Radioripper" aus dem Musik- und Redestrom eines Radio-Programms einzelne Stücke zu bestimmen und als separate Datei zu speichern…

Wir öffneten das Optionsmenü und wählten die Karteilasche "MP3-Features": Hier veränderten wir die – recht guten – Voreinstellungen, gemäß derer die Stücke in Dateien gepackt werden. So lässt sich die Schnittmarke zehntelsekundenweise verschieben, die Länge der Stille zwischen zwei Stücken lässt sich toleranter gestalten, und wer einen sanften Einstieg ins Stück möchte, wählt die Option "Ein/Ausblenden" (Fade-in/Fade-out) und verändert die Einstellungen. Grundsätzlich gilt: Ein wenig Rumprobieren hilft dabei, ein Gefühl für die Arbeitsweise des "Radiotracker" zu gewinnen und die Genauigkeit bei der Stück-Erkennung des Programms weiter zu steigern.

Die Musik-Datenbank

Im Gegensatz zu ähnlichen Programmen wie dem "DSL Recorder" von Data Becker oder "Radiojack" von S.A.D. besitzt "Radiotracker 3 Platinum" eine Anbindung an eine gigantische Musik-Datenbank. Darüber lassen sich Informationen zum Titel, dem Künstler und dem Erscheinungsjahr abrufen und automatisch in den ID3-Tags des jeweiligen Stückes gespeichert. Das kann nur die Platinum-Version, die Premium-Version ist dafür rund zehn Euro billiger, lässt zudem den "Handy-Klingelton-Generator" vermissen. Dieses Gimmick der Platin-Version lässt sich über den "Player" aufrufen. Ein Klick auf die Schaltfläche "Klingelton" öffnet ein Menü, in dem der Klingelton in einer Schritt-für-Schritt-Prozedur erstellt wird. Hierbei können Sie die Länge, das Format und der Übertragungsweg wählen: Entweder laden Sie den kostenlosen Klingelton via WAP aufs Handy, was unter Umständen Zusatzkosten verursacht; oder Sie verwenden das 7,90 Euro teure Programm "Ringhero" vom gleichen Hersteller, was der wohl lieber sähe. Die Übertragung erfolgt hier via Kabel.

Wünsch dir was!

Zu den Highlights des Programms zählt die Suchfunktion. Wer etwa nach Stücken der amerikanischen Künstlerin Joanna Newsom sucht, kann ihren Namen in eine Wunschliste eintragen. Der "Radiotracker" sucht automatisch in Hunderten Internet-Radiostationen nach einem entsprechenden Eintrag im Programm. Findet er ein Newsom-Stück, zeichnet er es automatisch auf und legt es im "MP3-Ordner" ab. Über die Musikdatenbank lassen sich dann ID3-Tags und eventuell gar das Cover nachladen.

Das funktioniert bei bekannten Künstlern wie Bob Dylan besser als bei Art-School-Bands aus North Dakota, grundsätzlich bemüht sich der "Radiotracker" darum, Stücke zu finden, zu speichern und zu identifizieren. Im Hauptfenster können Sie bestimmen, wie viele Sender gleichzeitig MP3-Material liefern sollen. Bei unserem Testrechner war die 200-Gigabyte-Platte nach einigen Stunden prall gefüllt mit Musik, wobei die Hälfte der Stücke wohl identifiziert wurden und nach geringfügiger Bearbeitung (Fade-in/Fade-out) in die Musik-Bibliothek überführt werden konnten...

Fazit

Der "Radiotracker" ist schnell, vielseitig und verarbeitet klaglos Dutzende Radioprogramme gleichzeitig. Die einfache Bedienung und das insgesamt gute Ergebnis sind ein Argument dafür, 30 Euro zu investieren…

Bewertung

Handhabung 21 von 25
Ausstattung 21 von 25
Service 8 von 10
Leistungen 38 von 40
Gesamt 88 von 100
Preis/Leistung Gut

Gesamt: sehr gut (88%)

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