2007 Mai, Freenet, Auszüge und Zitate aus dem Artikel:

"Kopierschutz bei Online-Musikstores hat mittlerweile fast paranoide Züge angenommen. Verständlich, dass sich die Musikindustrie gegen unerlaubte Raubkopieren schützt. Was aber, wenn Sie Ihre legal erworbenen Musiktitel aufgrund der Rechte-Beschränkung (DRM) nicht als Sicherung auf CD kopieren oder Ihren eigenen MP3-Player überspielen können? Tunebite verspricht die legale Umwandlung kopiergeschützter Titel in normale MP3-Musikdateien. Und wie früher beim Kassettenrekorder soll das Ganze in "High Speed Dubbing" für extra Geschwindigkeit sorgen. freenet hat sich die Software genau angesehen und zeigt Ihnen, wie sie funktioniert und was sie wirklich leistet.

Digitale Musik-Stores sind eine feine Sache – Sie können Ihre Lieblingshits für kleines Geld legal kaufen und anhören. Allerdings sind die meisten Titel mit sogenannten DRM-Systemen gegen Vervielfältigung wirkungsvoll geschützt. Das "Digital Rights Management" sorgt dafür, dass eben nur der Käufer den Musiktitel abspielen und auf CD brennen kann.

Zusätzlich sorgen zahlreiche Sonderregelungen der einzelnen Musik-Stores für Verwirrung: Bei iTunes beispielsweise kann man die Titel später nur auf einem iPod anhören, auch CD-Kopien sind nur begrenzt möglich. Bei Napster können Sie alle Titel mittels Flatrate laden, nach Abo-Kündigung sind diese aber "verfallen" und nicht mehr zu starten und daher Datenschrott auf der Festplatte.

Die Einschränkungen sind für ehrliche Anwender nicht zu verstehen – Sie haben Musik gekauft und dürfen Sie dann beispielsweise nur fünfmal auf CD brennen oder Sie verlieren nach einiger Zeit sogar das Recht, die Titel anzuhören.

Der Gesetzgeber hat für legale Sicherungskopien die Möglichkeit der analogen Kopie ausdrücklich offen gelassen. Also das analoge Aufnehmen digitaler, kopiergeschützter Musik, wie mit einem Kassettenrekorder, und die anschließende Titel-Umwandlung, ist vollkommen legal.

… versprechen die Programmierer eine vollautomatische, komfortable Umwandlung eigener, gekaufter Musiktitel in MP3, WMA- oder OGG-Dateien. Auch Videos sollen mit diesem Programm in Ihr Eigentum übergehen. Der Trick: Tunebite spielt die Medien analog ab und nimmt sie parallel auf, natürlich digital.

Installation & Start

Installiert ist die Software im Handumdrehen…
Anschließend wird Ihre Soundkarte automatisch für die Musikwiedergabe konfiguriert. Das klappte im Test einwandfrei… Danach werden Sie aufgefordert, das gewünschte Ausgabeformat für Ihre Audiotitel zu wählen. Neben WMA, OGG und WAV steht auch noch das altbewährte MP3-Format zur Auswahl. Bei letzterem müssen Sie aber zusätzlich den kostenlosen MP3-Encoder LAME aus dem Internet laden. Tunebite unterstützt Sie immerhin soweit, dass per Mausklick in Google entsprechende Downloadmöglichkeiten angezeigt werden. Hat der Download funktioniert, genügt ein erneuter Mausklick zum Installieren der Programmerweiterung.

… ist der Programmaufbau selbst sehr logisch und übersichtlich gelungen – da ist ein Blick in die ausführliche Hilfefunktion eigentlich überflüssig.

Von DRM zum Eigentum

Spannend ist die erste Konvertierung – wird die Software tatsächlich alle kopiergeschützten Titel erkennen, abspielen und dann als MP3-Datei abspeichern?
Um dies zu testen, können Sie entweder die Software Tunebite direkt nach allen passenden Musiktiteln auf Ihrer Festplatte suchen lassen oder die Titel Ihrer Wahl einfach per Mausklick in das linke Programmfenster ziehen.

Theoretischer Weise können Sie nun schon mit der Umwandlung beginnen. Praktischer Weise lohnt ein Blick in die Programmeinstellungen, die Sie über den Button "Optionen" erreichen.

Dort können viele spezifische Einstellungen für die Konvertierung vorgenommen und die Ausgabeordner festgelegt werden. Auf Wunsch werden ID3-Tags übernommen. Auch die Bitrate kann von der Standardeinstellung von 160 KBit/s bis auf 320 KBit/s aufgedreht werden. Ob diese Einstellung noch sinnvoll ist, erscheint fraglich. Fakt ist, dass MP3-Dateien mit 320 Kbit/s erheblich mehr Speicherplatz beanspruchen – bei nahezu unveränderter Klangqualität.

Haben Sie alle Anpassungen vorgenommen, kann die Umwandlung mit einem Klick auf den "GO"-Button starten. Selbstverständlich funktioniert die Konvertierung nur, wenn Sie auch die Rechte für die entsprechenden Musiktitel haben. Bei Bekannten auf "Einkaufstour" gehen und deren legal erworbene Titel zuhause illegal konvertieren – das geht nicht. Tunebite quittiert diesen Wunsch mit einem simplen "Vorgang abgebrochen" und schützt damit vor rechtlich bedenklichen Aktionen.

Tunebite arbeitet recht flott – je nach den Fähigkeiten der Soundkarten können drei bis fünf Titel parallel analog aufgenommen werden…

High-Speed-Aufnahme

Unterschiede gibt es in Sachen Geschwindigkeit zwischen Titel von Apple iTunes und anderen Tauschbörsen. Während die Apple-Musik im Test mit einfacher Geschwindigkeit konvertiert wurde, gehen die anderen Daten mit über dreifacher Geschwindigkeit doch deutlich schneller voran. Dazu kann das Programm grundsätzlich drei Titel gleichzeitig bearbeiten, also selbst mit iTunes-Titeln sparen Sie 30% Zeit. "High Speed Dubbing" nennt das der Hersteller – klingt irgendwie nach guten alten Zeiten, in denen man mit Kassettenrekorder die Chartshow im Radio mitgeschnitten hat…

Ist ein Titel fertig, werden die ID3-Tags über das Web automatisch geprüft und ergänzt. Ein kleiner Tag-Editor lässt hier auch Freiraum für eigene Eingaben. Gibt es ein passendes CD-Cover, wird das ebenfalls hinzugefügt. Auf Wunsch können Sie aber auch eine beliebige Bilddatei integrieren.

Im Test zeigten sich die konvertierten MP3-Musikdaten von ihrer besten Seite: keine merklichen Klangunterschiede zum Original, perfekte Datei- und Tagbenennung.

Wenn Sie einen MP3-Player Ihr eigen nennen, können Sie mit Tunebite dieses Gerät auch vollautomatisch synchronisieren lassen. Selbst iPods werden hier unterstützt.

DRM-Videos umwandeln

Mittlerweile sind auch Videos im Angebot der digitalen Entertainment-Shops. Auch hier werden Mechanismen zum Kopierschutz eingesetzt. Die Software Tunebite bietet dafür die passende Lösung.

Grundsätzlich funktioniert die Video-Umwandlung ähnlich wie bei DRM-Musik: Das Video wird abgespielt, und Tunebite nimmt es einfach wieder auf.

Allerdings müssen jetzt erheblich mehr Daten verarbeitet werden. Damit Ihre Videos bei diesem Vorgang nicht ruckeln, benötigen Sie einen sehr schnellen Computer. Mit unserem Testrechner, einem Athlon XP 64 mit zwei Gigabyte Arbeitsspeicher, erreichten wir gerade einmal drei Frames pro Sekunde. Mindestens 24 Frames sind aber notwendig, um ein flüssiges Bild zu sehen…

Fazit

RapidSoultions Tunebite 4 hört sich nach "Gesetzeslücke" und "Grauzone" an, ist aber völlig legal. Mit dieser Software nehmen Sie Ihr Recht wahr, gekaufte Musik auch wirklich ohne Einschränkung zu besitzen. Durch die aktive Kopierschutz-Prüfung von Tunebite ist es außerdem unmöglich, "geklaute" Musik zu konvertieren und damit illegal einen Kopierschutz zu knacken.

Das Programm arbeitet so unkompliziert wie ein Kassettenrekorder, nur viel komfortabler. Die Titel werden per "High Speed Dubbing" in einem Bruchteil der normalen Zeit abgespielt, in MP3, Ogg oder andere Dateiformate umgewandelt und um Tags und Covers ergänzt…

Alles in allem ist Tunebite eine empfehlenswerte Software für alle, die gerne ihre Charthits im Musikstore kaufen und sich weder auf spezielle Musikplayer oder Abspielsoftware festlegen möchten. Der Preis von knapp 20 Euro für die Audio-Version geht in Ordnung, den Mehrpreis für die getestete Video-Version "Platinum" kann man sich in den meisten Fällen sparen. Trotzdem gibt es beim Preis/Leistungsverhältnis ein glattes "Sehr gut".

Bewertung

Handhabung 19 von 25
Ausstattung 22 von 25
Service 6 von 10
Leistungen 29 von 40
Gesamt 76 von 100
Preis/Leistung Sehr Gut

Gesamt: gut (76%)

..."