Country Musik

Entstehung, Geschichte und Hintergrundinformationen

Allgemein

Ein typisches Merkmal der Countrymusik sind direkte Texte, die sich oft auf die amerikanischen Lebensverhältnisse beziehen, persönliche Erfahrungen beschreiben, aktuelle Ereignisse kommentieren und nicht selten auch humorvoll sind.

Beim traditionellen Country werden hauptsächlich Saiteninstrumente wie Gitarre, Banjo, Mandoline, Bass oder Fiddle (eine einfache Geige), aber auch Akkordeon, Klavier oder Mundharmonika verwendet. Einige vor allem in der ersten Jahrhunderthälfte populäre Instrumente wie die Autoharp oder die Steel Guitar sind außerhalb der Country-Musik nahezu unbekannt. Im zeitgenössischen Country kommen in Anlehnung an die Instrumentierung der Rockmusik Schlagzeug sowie Elektrogitarre und -Bass hinzu.

Geschichte

Country-Musik  ist eine aus Amerika stammende Musikrichtung, die Anfang des 20. Jahrhunderts aus traditionellen Elementen der Volksmusik der europäischen Zuwanderervölker (insbesondere aus Irland und England) hervorging. Durch urbane Einflüsse und Übernahme von Elementen anderer Musik-Genres – wie etwa dem Blues – entwickelte sich die ursprünglich in den südlichen Appalachen beheimatete Hillbilly-Musik zur heutigen Country-Musik.

Die Country-Musik lässt sich in unterschiedliche Stilrichtungen einteilen, von denen einige über viele Jahrzehnte lang bis heute aktuell sind, andere hingegen nur regionale, ethnische oder temporäre Bedeutung besitzen. Die ursprüngliche Country-Musik vor 1920 wird als Old-Time- oder Hillbilly-Musik bezeichnet, die in den 90-er Jahren dominierende Musik als New Country.

Bekannte Country Stars sind z.B. Johnny Cash, Dolly Parton, Kenny Rogers, John Denver, Shania Twain oder die Dixie Chicks.

Stilrichtungen

Bluegrass

Bluegrass wird hauptsächlich mit akustischen Instrumenten im 2/4-Takt gespielt. Charakteristisch sind die Virtuosität der Musiker, der mehrstimmige Satzgesang und die flotten Instrumentalstücke.

Honky Tonk

Honky Tonk entstand in den Clubs und Dance Halls rund um die texanischen Ölfelder. Dort war es vielerorts so laut, dass die Instrumente elektrisch verstärkt werden mussten und ein Schlagzeug unverzichtbar war. Honkey Tonk besteht aus langsamen 2/4-Takten, die durch ein spezielles Timing den typischen Groove bekommen. Die Texte befassen sich meist mit Alltagsproblemen.

Nashville Sound

Damit ein breiteres Publikum angesprochen werden konnte, wurde versucht, die ungeschliffene Musik zu glätten, um einen weicheren Sound zu erreichen.

Western Swing

Der Western Swing geht auf die Saloon-Musik der Western-Städte zurück, bei der sich die Siedler vom Alltag ablenkten. Durch Integration von Jazz-Elementen und dem Einsatz von weiteren Instrumenten entstand eine lebhafte, tanzbare Musik.

Americana

Unter Americana versteht man vor allem sozialkritische, auf Folk-Motiven aufbauende Musik amerikanischer Liedermacher, die teilweise kommerzielle Erfolge verbuchen konnten.

Bakersfield Sound

Anfang der 60er-Jahre entstand im kalifornischen Bakersfield eine an Rock ’n’ Roll und Honky Tonk angelehnte Variante der Country-Musik, bei der erstmalig elektrisch verstärkte Instrumente vorherrschten.

Western Music

Als „Cowboy-“ oder „Western Music“ wird eine Musikrichtung bezeichnet, die die Eroberung des amerikanischen Westens und das Leben der Cowboys zum Inhalt hat. Eine Besonderheit der Western Music ist das „Yodeling“, eine amerikanische Variante des Jodelns.

Neo-Traditionalismus

Der Neo-Traditionalismus entstand Mitte der 80er-Jahre als Antwort auf den durch Popeinflüsse bewirkten Identitätsverlust der Country-Musik. Die Neo-Traditionalisten sind stark von der Musik der Südstaaten wie Texas Music, Honky-Tonk, Western Swing, Southern Rock aber auch Bluegrass geprägt.

Outlaw

Nachdem Anfang der 60er-Jahre die Interpreten kaum noch Einfluss auf die musikalische Gestaltung hatten, da die Produzenten mehr und mehr an Macht gewonnen hatten, begannen einige Interpreten, ihre Platten selbst zu produzieren (z.B. Waylon Jennings, Willie Nelson, Johnny Cash und Kris Kristofferson). Dies nannte man die Outlaw-Bewegung. Seit den 80er-Jahren überwiegen kantig-rockige Titel, eigenwillige Texte und nicht selten raue Stimmen.

Rockabilly

Rockabilly war die erste rein weiße Spielart des Rock ’n’ Roll und entstand, als junge weiße Musiker den schwarzen Rhythm & Blues interpretierten und mit Countryelementen vermischten.

Country-Rock

Der Country-Rock verbindet die oben genannten Musikgattungen des Outlaw und Southern Rock mit Rockabilly und traditionellem Blues. Vom reinen Roots Rock unterscheidet ihn nur die musikalische Aufbereitung wie glatter Sound, eingängige Rhythmen und Einbindung typischer Country-Instrumente wie Fiddles und Steel-Guitars neben diversen E-Gitarren.

Tex-Mex

Tex Mex ist vor allem im Südwesten der USA und in Texas verbreitet. Die Bands benutzen hauptsächlich dreireihige Akkordeons und „Bajo-Sextos“, wie der 6-saitige Bass bezeichnet wird.

Cajun-Musik

Als Cajun Musik wird die Vermischung der von Harmonikas und Fiddeln geprägte Volksmusik der französischen Einwanderer im Südstaat mit der Country-Musik der umliegenden Staaten bezeichnet.

Country Gospel

Wichtigstes Merkmal des Country Gospels sind die religiösen Inhalte und die einfach gehaltenen Arrangements. Den aus dem schwarzen Gospel bekannten Chorgesang gibt es in der Country-Variante nicht. Stattdessen wird häufig ein mehrstimmiger Satzgesang verwendet, der oft durch einen tiefen und prägnanten Bass ergänzt wird.

Country-Pop

Diese Stilrichtung ist eine „weiche“, an Popmusik orientierte Seite der Country-Musik, die je nach Mode mehr oder weniger in den Vordergrund tritt. In den 70er- und 80-Jahren wurden Country-Songs immer mehr auch in den Pop-Charts gespielt (z.B. Dolly Parton oder John Denver) oder Popmusiker nahmen Country-Songs auf.