Popmusik steht für „populäre Musik“ und bezeichnet jede Art von
Unterhaltungsmusik. Der Begriff Popmusik bezeichnet einerseits sehr beliebte und
kommerziell erfolgreiche Musik, andererseits einen eingängigen, harmonischen und
melodiösen Stil. Dies grenzt die Popmusik von der Rockmusik ab, die rauere und
wildere Ausdruckformen hat.
Da der Begriff Popmusik aus der US-amerikanischen Kultur
stammt, ist ein Großteil der Musikstücke englischsprachig. Heutzutage können
aber deutsche Schlager und Lieder deutschsprachige Interpreten, die sich
musikalisch auf die US-amerikanische Tradition der Popmusik beziehen, der
Popmusik zugeordnet werden.
Der Begriff "populär" lässt sich in der Musikgeschichte schon
wesentlich früher nachweisen als in den 50-er und 60-er Jahren des 20.
Jahrhunderts, als der Begriff Popmusik im Rahmen der Entwicklung der Popkultur
bekannt wurde. 1773 übersetzte Johann Gottfried Herder den englischen Begriff
„popular song“ in einer Rezension über eine Sammlung von englischen und
schottischen Balladen als „Volkslied“ ins deutsche. Es gibt also keine klare
Geburtsstunde der Popmusik.
Im folgenden beschränken wir uns auf die moderne Popmusik:
In den letzten 50 Jahren entwickelte sich eine Vielzahl an
unterschiedlichen Genres der Popmusik. Alle Genres dienen jedoch in erster Linie
der Unterhaltung. Popmusik war und ist stets ein Ausdrucksmittel einer
Generation oder eines bestimmten Milieus und dient zur Vermittlung eines
gemeinschaftlichen Lebensgefühls. Daraus ergibt sich auch häufig eine gemeinsame
Ästhetik, die sich z. B. in der Form der Musik und in der Kleidung
ausdrückt.
Ein Beispiel für einen Milieu-Stil ist der Rap, der
ursprünglich die Musik der schwarzen Jugendlichen in den US-amerikanischen
Ghettos war. Erst in den letzten 20 Jahren wurde der Rap von den
Medienkonzernen, die immer auf der Suche nach neuen Trends sind, zum weltweit
populären Musikstil gepusht. Diese Entwicklung beschränkte sich nicht nur auf
die Musik, sondern auch der Kleidungsstil der Hip-Hop-Bewegung wurde in den
90-er Jahren zum allgemeinen Modetrend.
Ein Beispiel für einen Generationen erfassenden Stil ist die Disco -Musik der 70-er
Jahre.
Popmusik hat seit jeher eine bestimmte Funktion: Mainstream.
Dies bedeutet, dass die Musik einer möglichst breiten Masse gefallen soll. Ziel
ist kein differenzierter ästhetischer Anspruch, sondern die Anregung und
Begleitung zum Tanzen. Die bekanntesten Nachfolger des Swing als Tanzmusik sind
neben dem Twist der frühen 60-er Jahre vor allem die Disco -Musik und Teile des
heute populäre Techno.
Anfang der 80-er Jahre erlebte die deutschsprachige Popmusik im
Zuge der Neuen Deutschen Welle einen großen Aufschwung in Deutschland.
Spätestens am 13. Juli 1985 wurde der ganzen Welt eindrucksvoll
vor Augen geführt, wozu Popmusik im Stande ist. An diesem Tag fand das bis dahin
größten Popfestivals der Geschichte statt, Live Aid. Was als einfaches
Benefizkonzert gedacht war, wurde zu einem der beeindruckendsten Ereignisse der
Popgeschichte. Um der hungernden Bevölkerung von Äthiopien zu helfen, traten bei
Live Aid beinahe alle relevanten Popmusiker dieser Zeit ohne Honorar auf.
Das Ereignis brachte etwa 60 Millionen englische Pfund ein. Zum
ersten Mal konnte mit Zahlen und Fakten belegt werden, welchen ungeheuren
Einfluss Popmusik auf sein Publikum ausübt.
1988 kam es dann mit der Abhaltung des bis heute größten
Live-Ereignisses aller Zeiten, dem "A Tribute To Nelson Mandela"-Konzert, zu
einem der bedeutendsten politischen Manifestationen in der Geschichte der
Popmusik.
Beide Ereignisse zeigten deutlich auf, dass Popmusik Menschen
verbindet und viel erreichen kann.