Nützliche Informationen und Anleitungen für Einsteiger zum Thema Internetradio

Was ist ein Internetradio/Webradio?

Als Internetradio (oder auch Webradio) bezeichnet man ein Internet-basiertes Angebot an Hörfunksendungen. Die Übertragung dieser Sendungen erfolgt als Streaming Audio.

Was ist ein Internet Broadcaster?

Als Internet-Broadcaster bezeichnet man einen „Sender", der entweder nur im Internet sendet oder seine Erstverwertung im Internet durchführt (Teile des Programms können später an andere Stationen verkauft werden).

Internet-Broadcasting unterscheidet sich von konventionellen Sendern vor allem durch die geringere Hörerzahl.

Wie funktioniert das Streaming?

Um die zu übertragende Datenmenge so gering wie möglich zu halten, werden verlustbehaftete Audiokompressionsverfahren wie MP3, Ogg Vorbis oder Real Audio eingesetzt. Für die Encodierung stehen unterschiedliche spezialisierte Streaming-Codecs zur Verfügung. Die Hauptanforderung an solche speziellen Streaming-Codecs ist eine möglichst starke Datenkompression. Die Streaming-Datenformate müssen aber auch Zusatzinformationen, wie z.B. Metadaten, Werbung oder Steuerungsinformationen enthalten.

Die Übertragung erfolgt beim Live-Streaming mittels spezieller Streaming-Protokolle und beim On-Demand-Streaming über die Dateiübertragungs-Protokolle HTTP und FTP.

Wie werden die Streams verteilt?

Die Verteilung der Streams kann entweder zentral oder dezentral per p2p-Technologie erfolgen. Bei der zentralen Verteilung sind die technischen und somit finanziellen Anforderungen recht hoch. Die p2p-Technik bietet aufgrund des geringen Bandbreitenbedarfs beim Sender eine einfachere und kostengünstigere Möglichkeit, Internetradio/Webradio zu produzieren. Ein Nachteil der p2p-Technik ist aber der nicht immer stete Datenfluss.

Gibt es kostenlose Server?

Ja, es gibt kostenlose Streaming-Server wie z. B. Icecast oder Shoutcast. Diese Streaming-Sever dienen als Radiosender.

Gibt es auch „normale“ Radiosender, die über das Internet senden?

Ja. Das Webradio wird von zahlreichen Hörfunksendern als alternative Übertragungstechnik für eine Zweitverwertung ihrer Programme genutzt. Der Empfang soll so auch Hörern ermöglicht werden, die das Programm weder terrestrisch noch über Satellit empfangen können.

Radio im Internet bieten beispielsweise die deutschen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten an, die Stammhörer außerhalb ihres Sendegebiets erreichen wollen, beispielsweise Auswanderer oder Studenten bei einem Auslandsaufenthalt.

Kann man Internetradios/Webradios auch ohne PC empfangen?

Ja. Seit der Verbreitung von drahtlosen Internetverbindungen über WLAN oder Mobiltelefonie ist der Empfang von Webradio nicht mehr auf den PC beschränkt. Es gibt Internetradio-Empfänger fürs Wohnzimmer, die an die Stereoanlage angeschlossen werden und sich das Signal über den WLAN-Router holen. Es gibt auch Geräte, die das Signal des WLAN-Routers auf den Fernseher übertragen und somit Webradio über den Fernseher abspielen können. Viele neue Handies und Spielekonsolen können ebenfalls Webradio empfangen.

Welche Unterschiede gibt es zum traditionellen Hörfunk?

Der traditionelle Hörfunk kann unbegrenzt viele Empfänger erreichen. Beim Webradio ist die Anzahl der erreichbaren Empfänger abhängig von der verfügbaren Bandbreite. Lösungsansätze sind Multicast-Streaming sowie die Nutzung spezieller Streaming-Dienstleistungen bzw. Provider.

Wer kann ein Internetradio/Webradio betreiben?

Jeder PC-Benutzer mit Internetanschluss kann zum Sender werden, wenn er eigenes Material sendet (z.B. selbst komponierte oder GEMA-freie Musik und eigene Moderation). Die potenzielle Hörerschaft ist bei einer typischen DSL-Verbindung jedoch auf nur wenige Zuhörer beschränkt. Die Anmeldung und der Betrieb sind jedoch gebührenpflichtig.

Was kostet das Senden und der Radiobetrieb per Internetradio/Webradio?

Zum Betrieb eines Internetradios sind keine Betriebs-Lizenzen notwendig. Es fallen jedoch hohe Kosten für GEMA und GVL an, insbesondere wenn das Internetradio kommerzielle Musik spielt. Weitere Kosten entstehen durch den "Traffic" (also das übertragene Datenvolumen): jeder Zuhörer kostet den Sender Geld. Klassische Rundfunkanstalten, die ihre über UKW verbreiteten Sendungen übers Internet zweitverwerten, haben dazu Pauschalverträge mit ihren Streaming-Anbietern abgeschlossen.

Wie entstanden Internetradios/Webradios?

Im Jahr 1995 gründete Info-Radio Berlin-Brandenburg von ORB und SFB gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin den Streaming-Dienst „Info-Radio on Demand“.

Ein ähnliches Projekt führte der SWF durch. Ein Teil des SWF-Sendearchivs wurde digitalisiert. Mitte 1995 lagen bereits über 190.000 Stunden Wort- und Musikbeiträge vor.

Die Medienöffentlichkeit wurde auf Streaming Media im Jahr 1998 aufmerksam. Zahlreiche Hörfunksender begannen, Teile ihrer Programme zu streamen, weil es andere auch taten.

Ende 2002 startete AOL das exklusive Radioprogramm Broadband Radio@AOL für seine Breitband-Kunden; dabei setzte AOL nicht die Streamingtechnik des strategischen Partners Real Networks ein, sondern verwendete eine von Nullsoft programmierte Eigenentwicklung namens Ultravox.

Wie viele Internetradio Stationen/Webradio Sender gibt es und welche Musik wird gespielt?

Grundsätzlich werden fast alle Sparten und Musikarten bedient. Über das Webradio werden hauptsächlich Independents-Labels gespielt. Die Anzahl der an einem Internetanschluss empfangbaren Webradio Stationen/ Internetradiosender geht in die zehntausende. Die meisten terrestrischen Radiosender senden ihr Signal zusätzlich über das Internet. Darüber hinaus gibt es viele reine Internetradio-/Webradioanbieter.

Wie ist die Verbreitung von Webradio?

Nach der ARD/ZDF-Onlinestudie 2007 nutzen 11% der Internetsurfer mindestens einmal wöchentlich Webradio per Livestream. Im Jahr 2003 waren es noch 7%. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der DSL-/Breitbandnutzer von 24% auf 59%. Europaweit hören mehr als 20 Millionen Menschen Internetradio.

Link zu einem der größten internationalen Internetradio Verzeichnissen: